Eine Woche Balearen Segeltörn – Mallorca, Ibiza, Formentera

Eine Woche, vier Inseln, über 250 Seemeilen türkisblaues Wasser — der Segeltörn von Mallorca über Ibiza nach Formentera gehört zu den schönsten Routen im gesamten Mittelmeer. Palma de Mallorca bietet als Starthafen alles, was eine Crew für eine reibungslose Törnvorbereitung braucht: internationale Flugverbindungen, eine exzellente Yachtcharter-Infrastruktur und eine der lebendigsten Hafenstädte Spaniens. Von dort führt die Route entlang der dramatischen Südwestküste Mallorcas, über das offene Meer nach Ibiza, weiter zu Formenteras karibisch anmutenden Stränden und schließlich, wer Zeit hat, hinüber zur stillen Insel Menorca.

Dieser Törnplan richtet sich an Segler, die ein Segelboot auf den Balearen gemietet haben und ihre Woche optimal nutzen wollen — mit konkreten Tagesetappen, Seemeilen-Angaben, Hafentipps und den schönsten Ankerbuchten der Route. Er ist als Orientierungshilfe gedacht, nicht als starres Programm. Das Wetter, der Wind und die Stimmung an Bord entscheiden letztlich, wie die Woche wirklich verläuft.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum Palma de Mallorca der ideale Startpunkt ist
  2. Etappe 1: Palma nach Port d’Andratx — der erste Segelgenuss
  3. Ankerbuchten südwestlich von Mallorca: die schönsten Stopps
  4. Etappe 2: Port d’Andratx nach Ibiza — die große Überfahrt
  5. Segelbootcharter Balearen: Ibiza von der besten Seite erleben
  6. Ibizas schönste Ankerbuchten abseits des Trubels
  7. Etappe 3: Ibiza nach Sant Antoni — rund um die Westküste
  8. Segelyacht Balearen: Formentera als Highlight der Route
  9. Etappe 4: Sant Antoni nach Formentera — karibisches Mittelmeer
  10. Die schönsten Ankerbuchten Formenteras für Segler
  11. Yachtcharter Balearen: Rücktörn und optionale Verlängerung
  12. Törnplanung: Was Sie vor dem Ablegen wissen müssen
  13. Segelboot mieten Balearen: Wann ist die beste Zeit für diesen Törn?

Palma de Mallorca, Sant Antoni de Portmany, La Savina auf Formentera — diese Namen klingen nach Abenteuer. Und das zu Recht. Die Westroute der Balearen verbindet drei Inseln mit vollkommen unterschiedlichem Charakter: Mallorca, die vielfältige Große; Ibiza, die leidenschaftliche Lebendige; Formentera, die stille Schöne. Wer ein Segelboot auf den Balearen mietet und diese Route wählt, erlebt das Beste des westlichen Mittelmeers in einer einzigen Woche.

Warum Palma de Mallorca der ideale Startpunkt ist für einen Balearen Segeltörn {#palma}

Palma ist der mit Abstand meistgenutzte Starthafen für den Yachtcharter auf den Balearen. Das hat gute Gründe. Der Flughafen Son Sant Joan ist der drittgrößte Spaniens und bietet direkte Verbindungen aus fast allen deutschen Großstädten. Die Anreise am Charter-Samstag ist unkompliziert.

Die Auswahl an Charteryachten ist in Palma größer als auf allen anderen Balearen-Inseln zusammen. Wer eine Segelyacht oder einen Katamaran auf den Balearen mieten möchte, findet hier das vollständigste Angebot — von der kompakten 32-Fuß-Yacht bis zur großen Fünf-Kabinen-Segelyacht.

Palma selbst lohnt einen halben Tag Erkundung. Die Kathedrale La Seu, der Passeig del Born und der alte Fischereihafen Portixol bieten einen würdigen Auftakt. Wer die Proviant-Beschaffung nicht selbst übernehmen will, sollte den Einkauf über einen Lieferservice vorbestellen — das spart Zeit am ersten Tag.

Etappe 1: Palma nach Port d’Andratx — der erste Segelgenuss {#andratx}

Distanz: ca. 20 Seemeilen Fahrzeit: 3 bis 4 Stunden

Die erste Etappe ist bewusst kurz gehalten. Sie gibt der Crew Zeit, sich an Bord einzufinden, die Ausrüstung zu prüfen und den Charterrhythmus zu finden. Von Palma aus geht es zunächst durch die Bucht von Palma nach Westen. Die Tramuntana-Berge begleiten die Route als imposante Kulisse.

Ein lohnenswerter Zwischenstopp ist die Cala Portals Vells, kurz vor Port d’Andratx. Die weitläufige Dreifinger-Bucht bietet einen Sandstrand, Restaurants und einen gut haltenden Ankergrund. Wer hier Mittagspause macht, bekommt einen ersten Eindruck davon, wie die Woche aussehen wird.

Port d’Andratx selbst ist einer der schönsten Naturhäfen Mallorcas. Das Dorf ist ruhig, gepflegt und wenig touristisch. Es gibt mehrere gute Restaurants direkt am Wasser. Eine Übernachtung in der Marina oder auf dem Ankerplatz vor dem Ort ist der ideale Auftakt.

Ankerbuchten südwestlich von Mallorca: die schönsten Stopps {#buchten-mallorca}

Wer etwas früher ablegt oder einen zusätzlichen halben Tag einplant, kann auf dem Weg nach Port d’Andratx in mehrere Buchten eintauchen:

  • Cala Figuera — liegt zwischen hohen Bergen, enge Einfahrt, windgeschützter Ankerplatz auf Sandboden in 8 bis 12 Metern Tiefe. Ruhig und landschaftlich sehr reizvoll.
  • Cala Portals Vells — flacher Sandboden, gut haltender Grund, mit Strandbars und Restaurants. Tagsüber belebt, abends ruhig.
  • Sa Dragonera — die kleine Insel westlich von Andratx ist Naturschutzgebiet und ein beeindruckendes Panorama für die Vorbeifahrt. Ankern ist in der Nähe möglich, das Betreten der Insel nur tagsüber.

Etappe 2: Port d’Andratx nach Ibiza — die große Überfahrt {#ueberfahrt}

Distanz: ca. 60 Seemeilen Fahrzeit: 10 bis 14 Stunden

Das ist die Kernstücketappe des Törns. Sechzig Seemeilen offenes Meer zwischen Mallorca und Ibiza — weit genug, um sich wie ein echter Blauwassersegler zu fühlen, kurz genug, um sie in einem Tag zu schaffen. Viele Crews wählen einen nächtlichen oder frühmorgendlichen Start, um bei Tageslicht in Ibiza einzulaufen.

Der Kurs liegt bei etwa 235 Grad. Auf dieser Route kreuzen die Fähren zwischen Mallorca und Ibiza, die einen etwas westlicheren Kurs fahren. Ein Blick auf den AIS und eine aufmerksame Wache genügen. Der Seeraum ist gut befahrbar, Untiefen gibt es auf dieser Strecke keine.

Bei guten Windverhältnissen aus Nordwest oder Nord ist diese Etappe ein reines Segelvergnügen. Liegt der Wind im Osten oder kommt der Levante auf, sollte man die Wettervorhersage für mindestens 24 Stunden im Voraus prüfen. Der Levante kann schnell auf 5 bis 6 Beaufort ansteigen.

Inselhighlight für einen Segelbootcharter Balearen: Ibiza von der besten Seite erleben {#ibiza}

Ibiza hat ein Image-Problem — zu Unrecht. Die Insel, die weltweit als Partydestination bekannt ist, überrascht jeden Segler, der sie vom Wasser aus entdeckt. Ibiza-Stadt mit ihrer UNESCO-Altstadt Dalt Vila ist eine der eindrucksvollsten Befestigungsanlagen des westlichen Mittelmeers. Der Hafen Ibiza-Stadt liegt direkt unterhalb der alten Mauern.

Die Marinas auf Ibiza gehören im Sommer zu den teuersten im Mittelmeer. Marina Ibiza, Marina Botafoch und Marina Port Ibiza kosten in der Hochsaison für eine 40-Fuß-Yacht 150 bis 300 Euro pro Nacht. Wer das Budget schonen will, ankert vor der Stadt oder nutzt den Yachtclub.

Ibiza lohnt mindestens eine Nacht und einen halben Erkundungstag. Dalt Vila, der Hafen, die Altstadt-Restaurants — das sind Eindrücke, die länger haften als jeder Sundowner in einer Strandbar.

Ibizas schönste Ankerbuchten abseits des Trubels {#ibiza-buchten}

Ibiza hat weit mehr zu bieten als sein Partyruf vermuten lässt. Die Küste fällt fast überall steil ins Wasser, Untiefen sind selten — ein großer Vorteil beim Ankern.

  • Cala Portinatx — gilt als eine der schönsten Ankerbuchten Ibizas, im Nordwesten der Insel. Gut geschützt, klares Wasser, kleiner Strand.
  • Cala d’Hort — im Südwesten, mit dem berühmten Felsislet Es Vedrà als Kulisse. Einer der fotogenischsten Ankerplätze der Balearen.
  • Cala Salada — nordwestlich von Sant Antoni, ruhig und wenig kommerziell, schöner Sandstrand.
  • Cala Bassa — direkt westlich von Sant Antoni, weiträumige Bucht mit Sandstrand. Ankern ist nur knapp außerhalb der Badeabsperrung möglich.

Wichtig: Beim Ankern vor Ibiza und Formentera gilt strikte Pflicht, die Posidonia-Seegraswiesen zu schonen. Ankern über Posidonia ist verboten und kann mit Bußgeldern belegt werden. Die Schutzzonen sind auf aktuellen Seekarten und in Charterapps eingetragen.

Etappe 3: Ibiza nach Sant Antoni — rund um die Westküste {#sant-antoni}

Distanz: ca. 15 bis 20 Seemeilen Fahrzeit: 3 bis 4 Stunden

Von Ibiza-Stadt nach Sant Antoni de Portmany führt die Route um die Südwestküste der Insel. Das ist eine der schönsten Tagesetappen des gesamten Törns — kurze Distanz, viele Optionen. Wer Zeit hat, ankert unterwegs in Cala d’Hort oder Cala Conta, auch Cala Compte genannt, einer flachen türkisfarbenen Bucht mit mehreren Stränden.

Sant Antoni ist der westlichste Hafen Ibizas und die klassische Absprunglücke nach Formentera. Der Club Nàutic Sant Antoni bietet über 900 Liegeplätze mit Wasser und Strom und ist rund um die Uhr bewacht. In der Hochsaison sollte der Liegeplatz frühzeitig vorgebucht werden — die Moorings in der geschützten Zone werden oft von Charterunternehmen blockiert.

Sant Antoni ist bekannt für seinen Sonnenuntergang. Die Cafe-Bar-Zeile an der Bucht ist fester Bestandteil jedes Ibiza-Törns. Man muss nicht die ganze Nacht wachhaben — aber den Sonnenuntergang über dem Meer sollte man sich nicht entgehen lassen.

Per Segelyacht die Balearen erleben: Formentera als Highlight der Route {#formentera}

Formentera ist die kleine Schwester Ibizas — und für viele Segler das eigentliche Highlight des Törns. Die Insel ist flach, dünn besiedelt und von einer Natur geprägt, die karibischen Bildern überraschend nahekommt. Pinienwälder, Salzteiche, lange Sandstrände mit leuchtend türkisem Wasser.

La Savina ist der einzige Hafen der Insel und liegt im Norden. Zwei Marinas — Marina de Formentera und Nueva Formentera — bieten zusammen rund 150 Liegeplätze mit vollständiger Infrastruktur. Von La Savina aus lässt sich die gesamte Insel bequem per Moped erkunden. Die Insel ist etwa 15 Kilometer breit — eine Stunde Fahrt von Nord nach Süd.

Formentera hat keine eigene Charterflotte. Die Anreise per Segelboot oder Fähre von Ibiza ist der einzige Weg auf die Insel. Das macht sie zu einem natürlichen Ziel für alle, die einen Segelbootcharter auf den Balearen mit diesem besonderen Inselcharakter verbinden wollen.

Etappe 4: Sant Antoni nach Formentera — karibisches Mittelmeer {#formentera-etappe}

Distanz: ca. 22 Seemeilen Fahrzeit: 4 bis 5 Stunden

Von Sant Antoni nach Formentera geht es zunächst Richtung Süden. Die Passage durch die Es Freus — den Meeresarm zwischen Ibiza und Formentera — erfordert Aufmerksamkeit. Hier kreuzen die Fähren zwischen den beiden Inseln und fahren unter 25 Knoten. Bei stärkerem Wind kann hier rauer Seegang entstehen, besonders bei der Passage durch die Freu Grande.

Wer möchte, legt zunächst auf der kleinen Insel Espalmador an — einem Sandpunkt im Norden Formenteras, der zu den pittoresksten Ankerplätzen des gesamten Mittelmeers gehört. Ankern ist hier nicht gestattet; es gibt Bojenfelder, die frühzeitig reserviert werden sollten.

Von Espalmador sind es nur wenige Seemeilen nach Ses Illetes im Norden Formenteras. Der Strand gilt als einer der schönsten im gesamten Mittelmeer — feiner weißer Sand, flaches kristallklares Wasser, Pinien dahinter. Hier versteht man, warum Formentera unter Seglern so einen Ruf hat.

Die schönsten Ankerbuchten Formenteras für Segler {#formentera-buchten}

Formentera bietet auf allen Inselseiten verteilt gut ein Dutzend Ankerbuchten. Die schönsten:

  • Ses Illetes — Nordzipfel Formenteras, karibisch anmutender Strand, flaches Wasser, Bojenfelder vorhanden.
  • Espalmador — Sandislet nördlich Formenteras, Traumkulisse, nur mit Bojen.
  • Playa Migjorn — langer Strand an der Südküste, ruhig, wenig kommerziell.
  • Cala Saona — Westküste, Felsbuchten, türkises Wasser, kleines Strandrestaurant.

Auch auf Formentera gilt das absolute Ankerverbot über Posidonia. Die Schutzzonen sind umfangreich. Vor dem Ankern immer die aktuellen Karten prüfen.

Yachtcharter Abenteuer Balearen: Rücktörn und optionale Verlängerung {#ruecktoern}

Wer eine Woche gebucht hat und in Palma zurückgeben muss, plant den Rücktörn von Formentera direkt zurück nach Palma — rund 85 bis 90 Seemeilen. Das ist eine lange Etappe, die als Nachttörn oder mit frühem Start gut zu schaffen ist.

Eine attraktive Alternative ist der Umweg über Cabrera, den kleinen Nationalpark-Archipel südlich von Mallorca. Das Ankern im Naturschutzgebiet erfordert eine vorab beantragte Genehmigung. Wer sie hat, erlebt eine der unberührtesten Buchten der Balearen.

Wer die Möglichkeit hat, zwei Wochen zu buchen, kann die Route erheblich entspannen und Menorca einschließen. Von Ibiza oder Formentera nach Menorca sind es rund 100 Seemeilen — eine lange, aber lohnende Etappe, die Menorcas einzigartige Stille als Gegenpol zu Ibizas Lebhaftigkeit setzt.

Törnplanung: Was Sie vor dem Ablegen wissen müssen {#planung}

Eine gute Vorbereitung macht den Unterschied zwischen einem entspannten und einem stressigen Törn. Diese Punkte sollten vor dem Ablegen erledigt sein:

  • Wetterbericht für die gesamte Törnperiode prüfen, insbesondere für die Überfahrt Mallorca–Ibiza. Wetterquellen: Windy, PredictWind, Météo-France.
  • Seekarten für alle vier Inseln und die Verbindungspassagen an Bord haben. Digitale Charterprogramme (Navionics, iSailor) sollten aktualisiert sein.
  • Proviant und Diesel in Palma aufnehmen. Tipp: Tanken im nahe gelegenen Puerto Portals statt direkt in Palma — die Warteschlangen an der Tankstelle sind kürzer.
  • Liegeplätze vorbuchen für Sant Antoni und La Savina Formentera, insbesondere in der Hochsaison Juli/August.
  • Boje Espalmador frühzeitig reservieren, falls dieser Stopp geplant ist.

Ein Segelboot mieten auf den Balearen: Wann ist die beste Zeit für diesen Törn? {#reisezeit}

Die Route Mallorca–Ibiza–Formentera ist von Mai bis Oktober befahrbar. Die besten Monate sind Mai, Juni und September.

Im Mai und Juni ist die Insellandschaft noch grün, die Marinas weniger überfüllt und die Preise für den Segelbootcharter auf den Balearen deutlich niedriger als im Hochsommer. Der Wind ist in dieser Zeit oft beständiger als im August, wenn thermische Winde zu unberechenbaren Nachmittagsböen neigen.

Der September vereint das Beste beider Welten: Hohe Wassertemperaturen (noch um 24 Grad), weniger Boote auf den Ankerplätzen, sinkende Charterpreise. Formenteras Strände, die im August überfüllt sind, gehören im September fast wieder den Seglern.

Juli und August bieten die sichersten Wetteraussichten und die längsten Tage — aber auch die vollen Marinas, die teuersten Boote und die belebtesten Buchten. Wer in der Hochsaison reist, sollte Liegeplätze frühzeitig reservieren und Ankerbuchten früh am Nachmittag ansteuern, bevor alle freien Plätze belegt sind.


Disclaimer & weiterführende Informationen

Alle Distanzangaben, Hafeninfos und Routenbeschreibungen in diesem Artikel basieren auf zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Quellen und Erfahrungswerten. Reviere, Vorschriften und Hafeninfrastrukturen können sich ändern. Ankerbeschränkungen, Posidonia-Schutzzonen und Genehmigungspflichten sollten vor Törnantritt anhand aktueller Seekarten und offizieller Quellen überprüft werden. Dieser Artikel ersetzt keinen aktuellen Revierführer.


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