Die schönsten Segelrouten auf den Balearen

Die schönsten Segelrouten auf den Balearen: Vier Inseln, ein Revier

Die Balearen sind das meistbesegelte Revier des westlichen Mittelmeers — und das aus gutem Grund. Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera liegen so nah beieinander, dass man in einer einzigen Woche zwischen ihnen wechseln kann. Und doch sind sie so verschieden, dass jede Insel eine eigene Reise wert wäre. Ein Segelbootcharter auf den Balearen verbindet all das: dramatische Steilküsten, türkisfarbene Buchten, lebendige Hafenstädte und einsame Ankerbuchten — alles innerhalb eines Reviers, das navigatorisch selbst für Einsteiger zugänglich ist.

Dieser Artikel gibt Ihnen den Gesamtüberblick. Welche Route passt zu Ihrem Erfahrungsstand? Auf welcher Insel erwartet mich was? Welche Windverhältnisse prägen das Revier — und wie plant man eine Woche oder zwei Wochen auf den Balearen so, dass man das Beste herausholt? Ob Sie eine Segelyacht oder einen Katamaran auf den Balearen mieten: Hier finden Sie die vier klassischen Routen des Reviers, mit konkreten Seemeilen, Charakter-Beschreibungen und Empfehlungen nach Erfahrungsniveau.

Inhalt

Vier Inseln, ein Revier — und doch so viele Möglichkeiten, dass kein Segler nach einer Woche sagen kann, er habe alles gesehen. Die Balearen sind ein Revier, das man immer wieder neu entdeckt. Jede Saison bringt andere Winde, andere Buchten, andere Begegnungen. Wer einmal ein Segelboot auf den Balearen gemietet hat, kommt zurück.

Das Segelrevier Balearen: Was dieses Revier so ganz besonders macht {#revier}

Das Segelrevier der Balearen umfasst vier bewohnte Hauptinseln und zahlreiche kleinere Eilande. Die Gesamtfläche des Archipels ist überschaubar — von Palma de Mallorca bis nach Mahón auf Menorca sind es rund 200 Seemeilen. Von Mallorca nach Ibiza rund 60 Seemeilen. Von Ibiza nach Formentera nur 12 Seemeilen.

Diese kompakte Geographie ist ein entscheidender Vorteil. Segler können innerhalb einer Woche mehrere Inseln mit völlig unterschiedlichem Charakter erleben, ohne lange Blauwasseretappen einplanen zu müssen. Die meisten Tagesetappen liegen zwischen 20 und 40 Seemeilen. Das ist genug für echtes Segelvergnügen — aber nicht so viel, dass der Törn zur Pflicht wird.

Navigatorisch stellt das Revier keine großen Herausforderungen. Strömungen durch Ebbe und Flut gibt es auf den Balearen nicht. Mit einem Tidenhub von gerade einmal 10 cm ist der Einfluss der Gezeiten minimal. Untiefen sind selten und gut markiert. Das Revier ist durchgehend betonnt und befeuert. Menorca ist ein ideales Segelrevier für Einsteiger und weniger erfahrene Yachtcharter-Crews. Dasselbe gilt weitgehend für die anderen Balearen-Inseln. 

Was das Revier zusätzlich attraktiv macht: die Infrastruktur. Die Balearen verfügen über gut ausgebaute Marinas, zuverlässige Wetterdienste und eine dichte Versorgungsstruktur. Wer technische Hilfe braucht, findet sie in fast jedem größeren Hafen.

Weiße Segelyacht in einer türkisfarbenen Badebucht der Balearen vor einer felsigen Küstenlandschaft mit Pinienwäldern und kristallklarem Mittelmeer. Die geschützte Ankerbucht bietet ideale Bedingungen für Yachtcharter auf Mallorca und einen exklusiven Segelurlaub entlang der malerischen Inselküsten der Balearen unter strahlend blauem Himmel.

Die Windverhältnisse auf den Balearen: Die wichtigsten Winde im Überblick {#wind}

Wind ist der entscheidende Faktor für jeden Segelbootcharter auf den Balearen. Das Revier hat seinen eigenen, charakteristischen Windcharakter — und wer ihn versteht, plant besser und segelt entspannter.

Die Balearen liegen im Übergangsbereich zwischen dem nordeuropäischen Hochdruckgürtel und dem mediterranen Tiefdrucksystem. Das führt zu einem Windmix, der im Sommer meist moderat und gut berechenbar ist, in der Vor- und Nachsaison aber deutlich unruhiger werden kann.

Im Hochsommer dominieren auf Mallorca und Ibiza thermische Winde. Tagsüber weht oft eine moderater Seewind aus Nord bis Nordwest, der mittags einsetzt und am späten Nachmittag nachlässt. Morgens und abends ist es häufig windstill — ideal für Motoretappen oder entspanntes Ankern. Auf Ibiza, Formentera und den anderen Pityusen-Inseln kommt der Wind mehr aus südlichen und östlichen Richtungen und die Windgeschwindigkeiten sind allgemein niedriger. 

Menorca ist die windreichste Insel des Archipels. In Mahón weht der Wind aus nördlichen Richtungen an 245 Tagen im Jahr. Wer Menorca segelt, muss mit dem Tramuntana rechnen — immer. 

Tramuntana, Llevant, Scirocco: Das müssen Segler wissen {#winde-detail}

Die wichtigsten Winde auf den Balearen haben Namen, Geschichte und Charakter. Wer sie kennt, liest den Himmel besser.

Tramuntana ist der bekannteste Wind der Balearen. Er kommt aus Norden, übersetzt bedeutet der Name „über die Berge kommend“ — er weht über die Pyrenäen, bevor er auf Mallorcas Nordwestküste trifft. In der Vor- und Nachsaison kann er auch an der Westküste Ibizas und an der Nordküste Menorcas auftreten und Sturmstärke erreichen. Für die Törnplanung ist zu beachten, mit dem Tramuntana zu segeln — das ist gut möglich, gegenan hingegen nahezu unmöglich. Im Sommer ist er auf Mallorca meist moderat, auf Menorca kann er das ganze Jahr über kräftig auftreten. 

Mestral/Mistral ist der kräftige Wind aus dem Rhonetal, der über Südfrankreich auf das Mittelmeer trifft. Sogar im Sommer kann er an Menorcas Nordküste auftreten und so stark sein, dass ein bis zwei Liegetage nötig sind. Mallorcas Nordküste ist eher in der Vor- und Nachsaison betroffen. Typische Mistrallagen dauern drei bis vier Tage. 

Llevant, Scirocco, Poniente

Llevant kommt aus Osten und bringt meist schlechtes Wetter mit. Er tritt überwiegend in der Vor- und Nachsaison auf, kann aber auch im Sommer aufziehen. Bei starkem Nord- oder Ostwind erreicht der Seegang wegen des erheblichen Fetch oft eine Höhe von 4 bis 5 Metern und mehr. Der Llevant ist der Wind, der Segler am häufigsten überrascht — er baut schnell auf und lässt langsam nach. 

Scirocco/Xaloc ist ein Wind der Vor- und Nachsaison, der feucht-schwül aus Südost weht. Er macht das Ankern in sämtlichen Südküstenbuchten der Balearen unangenehm, weil er schwelligen Seegang in die engen Calas treibt. Bei Sturmstärke — was nur außerhalb des Sommers vorkommt — ist er gefährlich.

Poniente ist der kühle Westwind, der auf den südlichen Balearen aus Südwest weht, meist mit 2 bis 5 Beaufort. Er ist der angenehme Begleiter vieler Sommertage auf Ibiza und Formentera.

Ein Sonderphänomen betrifft Ciutadella auf Menorca: Immer wieder wird über das Phänomen der Rissaga berichtet — plötzlich auftretende Wasserstandsänderungen, die in bestimmten Häfen und Buchten verheerende Auswirkungen haben können. Vor allem im Hafen von Ciutadella ist es hierbei schon zu erheblichen Schäden an Yachten gekommen. Wer in Ciutadella liegt, sollte die Leinen besonders sorgfältig belegen. 

Charmanter Hafen der Balearen mit traditionellen Booten entlang einer historischen Uferpromenade und türkisgrünem Wasser. Die maritime Kulisse eignet sich perfekt für Yachtcharter, Segelyachten und Segelreisen rund um Mallorca, Menorca und die weiteren Baleareninseln.

Ein Segelbootcharter auf den Balearen: Welche Route passt zu welchem Erfahrungs-Niveau? {#niveau}

Nicht jede Route ist für jede Crew geeignet. Die Balearen bieten für alle Erfahrungsstufen das Richtige — wenn man weiß, wo man suchen muss.

Einsteiger und wenig erfahrene Crews sind auf den Südrouten Mallorcas und auf Menorca am besten aufgehoben. Kurze Etappen von 15 bis 25 Seemeilen, gut ausgebaute Marinas als Ausweichoptionen, wenig navigatorische Herausforderungen. Eine Menorca-Umrundung im Sommer ist auch für Crews mit wenig Offshore-Erfahrung gut machbar — solange die Wettervorhersage konsequent beobachtet wird.

Fortgeschrittene Segler können die Mallorca-Umrundung mit Nordküstenetappe angehen. Die Strecke zwischen Port de Sóller und Cap Formentor ist die anspruchsvollste Küstenpassage des Reviers — raue See bei Tramuntana, wenig Ausweichmöglichkeiten auf 50 Seemeilen. Wer das gemeistert hat, hat das Revier wirklich kennengelernt.

Erfahrene Crews wählen die Blauwasseretappen: Mallorca–Ibiza (60 Seemeilen), Menorca–Mallorca (ca. 120 Seemeilen), oder die große Runde über alle vier Inseln. Diese Passagen erfordern Nachtsegelbereitschaft und gute Wetterkenntnis.

Die Entscheidung hängt nicht nur vom Können ab. Auch die Crew-Zusammensetzung, die Länge des Urlaubs und die eigenen Ziele spielen eine Rolle. Wer zum ersten Mal ein Segelboot auf den Balearen mietet, ist gut beraten, mit einer kompakten Route zu starten — und sich von der Qualität des Reviers überzeugen zu lassen, bevor die nächste Saison noch mehr möglich macht.


Route 1: Mallorca-Umrundung — die klassische Einwochentour {#mallorca}

Die Mallorca-Umrundung ist die meistgebuchte Route im gesamten Balearenrevier. Die Inselumrundung beträgt 160 bis 200 Seemeilen und ist in einer Woche machbar. Der Starthafen liegt in Palma de Mallorca. Sie ist gleichzeitig die vielseitigste Route: Wer einmal um Mallorca segelt, erlebt die ruhige Südküste, die dramatische Nordwestküste unter der Serra de Tramuntana, die offene Nordküste mit Cap Formentor und die abwechslungsreiche Ostküste mit ihren versteckten Buchten. 

Die Route führt von Palma entgegen dem Uhrzeigersinn. Das ist die empfohlene Richtung — und hat einen windtechnischen Grund.

Exklusiver Yachthafen auf den Balearen mit zahlreichen Segelyachten und traditionellen Booten vor mediterraner Architektur. Beliebtes Revier für Yachtcharter, Segelurlaub auf Mallorca und luxuriöse Törns entlang der Küsten des Mittelmeers.

Mit einer Segelyacht die Balearen entdecken: Mallorca gegen den Uhrzeigersinn umsegeln {#mallorca-route}

Da Sóller auf der Nordwestseite der einzige geschützte Anlegeplatz ist, wird die Umrundung der Insel gegen den Uhrzeigersinn empfohlen. Mit dem Nordwind im Rücken lässt sich die Etappe bis Port d’Andratx leicht bewältigen. 

Segelurlaub auf den Balearen mit GlobeSailor. Mehrere Yachten und Segelboote liegen vor Anker in einer geschützten Bucht auf Mallorca. Die mediterrane Küstenlandschaft und die exklusiven Häuser am Hang machen die Region zu einem beliebten Ziel für Yachtcharter, Segelreisen und Katamaran-Törns im Mittelmeer.

Konkret bedeutet das: Von Palma geht es zunächst nach Süden und Südosten, entlang der ruhigen Südküste mit ihren Sandstränden und dem Nationalpark Cabrera in Sichtweite. Dann dreht die Route nach Osten und Norden, über die Ostküste mit ihren tief eingeschnittenen Buchten, weiter zur Nordküste mit Cap Formentor als dramatischem Höhepunkt, hinunter entlang der Tramuntana-Steilküste nach Port de Sóller und Port d’Andratx — und zurück nach Palma.

Dieser Richtungssinn hat einen klaren Vorteil: Die anspruchsvollste Etappe — die Nordküste unter der Tramuntana — wird mit dem vorherrschenden Nordwind im Rücken oder an der Seite gesegelt, nicht dagegen.

Mallorca-Umrundung: Die wichtigsten Etappen und Stopps {#mallorca-etappen}

Eine klassische Sieben-Tage-Umrundung Mallorcas gliedert sich in folgende Etappen:

Tag 1 — Palma nach Cabrera (ca. 25 Seemeilen) Eine der romantischsten Buchten abseits des Trubels der Zivilisation liegt an der Südküste Mallorcas. Der Nationalpark Cabrera liegt 30 Seemeilen südlich von Mallorca. Wer hier übernachten will, braucht eine vorab beantragte Genehmigung. Ankern ist nur an Bojen möglich. Die Insel belohnt den Aufwand mit unberührter Natur und einem Sternenhimmel, der an Land längst verschwunden ist. 

Tag 2 — Cabrera nach Cala d’Or oder Portocolom (ca. 25–30 Seemeilen) Die Ostküste Mallorcas bietet eine Reihe gut geschützter Buchten und kleiner Marinahäfen. Cala d’Or ist malerisch und touristisch, Portocolom dagegen authentischer — ein alter Fischerhafen mit einem der schönsten Naturhäfen der Ostküste.

Tag 3 — Portocolom nach Cala Ratjada oder Colònia de Sant Pere (ca. 30–35 Seemeilen) Die Route führt über die Nordostspitze Mallorcas. Cala Ratjada ist ein lebendiger Ort mit einer gut ausgestatteten Marina. Wer weiter fahren möchte, findet in Colònia de Sant Pere einen ruhigeren Anleger in der Bucht von Alcúdia.

Tag 4 und Tag 5: von Colònia de Sant Pere bis Port de Sóller

Tag 4 — Colònia de Sant Pere nach Port de Pollença (ca. 20–25 Seemeilen) Mit 41 Seemeilen ist der Abschnitt von der Bucht von Alcúdia rund Cap Formentor der längste Abschnitt der Umrundung — jedoch auch der beeindruckendste. Zuerst geht es vorbei an der Cala de la Calobra, mit den fast lotrecht herabstürzenden Felsen beiderseits des schmalen Kiesstrands, einer der schönsten und meistbesuchten Buchten an der Nordküste. 

Cap Formentor ist der nördlichste Punkt Mallorcas und wird von Einheimischen „Treffpunkt der Winde“ genannt. An diesem Punkt treffen sich die vier großen Brüder — die Winde Tramuntana, Ponet, Migjorn und Llevant. Die steilen Felsen, die aus dem tiefblauen Wasser ragen, und der einsame Leuchtturm auf der Spitze der Landzunge geben diesem Ort einen einzigartigen Charme. Port de Pollença in der gleichnamigen Bucht ist ein freundlicher Urlaubsort mit guter Marina und ausgezeichneten Restaurants.

Tag 5 — Port de Pollença nach Port de Sóller (ca. 35 Seemeilen) Das ist die Königsetappe der Mallorca-Umrundung. Die Route führt von Pollença westlich entlang der Nordküste, vorbei an Sa Calobra — einer Bucht, die von nahezu senkrechten Felswänden umschlossen ist und nur per Boot oder über eine berühmte Serpentinenstraße erreichbar ist. An der Nordküste gibt es auf 50 Seemeilen nur einen Hafen: Port de Sóller. Das bedeutet: Wer hier segelt, muss bereit sein, die gesamte Etappe ohne Abkürzung durchzuhalten. Bei Tramuntana ist das eine echte Herausforderung. Bei moderatem Wind ist es das schönste Stück Küste der Balearen. 

Port de Sóller ist der größte Naturhafen Mallorcas. Das Hafenstädtchen liegt in einer perfekt geschützten kreisrunden Bucht, dahinter die Tramuntana-Berge. Eine historische Straßenbahn verbindet den Hafen mit dem Städtchen Sóller im Tal.

Tag 6 und Tag 7: von Port de Sóller bis Palma

Tag 6 — Port de Sóller nach Port d’Andratx (ca. 30 Seemeilen) Die Route führt entlang der Westküste unter der Tramuntana. Sa Foradada — eine bizarre Felsformation mit einem natürlichen Loch in der Mitte — ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Westküste. Cala Deià liegt unterhalb des Künstlerdorfes Deià, steil und eng, mit einer atmosphärischen Bootsanlegestelle. Port d’Andratx wartet am Ende als einer der pittoresksten Naturhäfen der gesamten Insel.

Tag 7 — Port d’Andratx nach Palma (ca. 20 Seemeilen) Der letzte Tag ist kurz und entspannt. Die Route führt zurück nach Palma entlang der Südwestküste, vorbei an den mondänen Ankerbuchten von Puerto Portals und Cala Portals Vells. Zeit für eine letzte Stunde schwimmen, bevor das Boot zurückgegeben wird.


Route 2: Westroute Mallorca–Ibiza–Formentera für Inselhüpfer {#westroute}

Die Westroute ist die aufregendste Wochenroute des Balearenreviers. Sie kombiniert Mallorcas charmante Südwestküste, die Blauwasserüberfahrt nach Ibiza, Ibizas wilde Buchten und Formenteras karibische Strandwelt. Wer ein Segelboot auf den Balearen mieten und dabei die größte Vielfalt in einer Woche erleben möchte, wählt diese Route.

Für den Törn ab Mallorca mit zwei langen Tagesetappen à 60 Seemeilen kommen mit einer Inselumrundung Ibizas dann etwa 180 Seemeilen zusammen. Das ist für eine Woche gut machbar, wenn man bereit ist, die Mallorca–Ibiza-Überfahrt als Nacht- oder Frühmorgentörn einzuplanen. 

Yachtcharter auf den Balearen mit GlobeSailor: Mit Segelbooten und Katamaranen entlang der Westroute Mallorca-Ibiza-Formentera. Perfekt für Inselhüpfer.

Yachtcharter Balearen Westroute: Etappen, Distanzen, Highlights {#westroute-etappen}

Tag 1 — Palma nach Port d’Andratx (ca. 20 Seemeilen) Wie bei der Mallorca-Umrundung ist Port d’Andratx der erste Stopp. Kurze, entspannte Etappe zum Ankommen an Bord.

Tag 2 — Port d’Andratx nach Ibiza-Stadt (ca. 60 Seemeilen, Nachtfahrt oder Frühstart) Die Blauwasseretappe von Mallorca nach Ibiza beträgt 60 Seemeilen, die man am besten als Nachtfahrt einplant. Frühstart um 4 oder 5 Uhr morgens ermöglicht eine Ankunft in Ibiza-Stadt am späten Nachmittag. Die Überfahrt führt durch offenes Wasser — kein Land in Sicht, kein Verkehr außer gelegentlichen Fähren. Das ist der Moment, an dem der Törn das Gefühl echter Weite bekommt.

Tag 3 — Ibiza-Stadt: Erkundungstag Dalt Vila, die UNESCO-Altstadt, die Häfen, die Altstadt-Restaurants — Ibiza-Stadt verdient einen vollen Tag. Wer früh aufbricht, kann morgens die Stadt erkunden und nachmittags in einer der nahen Ankerbuchten ankern.

Tag 4 — Ibiza-Stadt nach Sant Antoni (ca. 15–20 Seemeilen, Westküste) Die Route führt um die Südwestküste Ibizas, vorbei an Cala d’Hort mit dem Felsislet Es Vedrà — einem der fotogenischsten Ankerplätze der gesamten Balearen. Die Cala Portinatx gilt als die schönste Ankerbucht Ibizas. Sant Antoni empfängt mit über 900 Liegeplätzen, einem lebendigen Hafenviertel und dem berühmtesten Sonnenuntergang der Insel. 

Tag 5 – Tag 7: Von San Antoni nach Mallorca

Tag 5 — Sant Antoni nach Formentera/Ses Illetes (ca. 22 Seemeilen) Nach der Durchquerung von Es Freus cruisen wir in Richtung Es Palmador, einer wunderschönen kleinen Insel im Norden Formenteras. Wir empfehlen, rechtzeitig eine Boje zu reservieren, da das Ankern in der Bucht von Espalmador nicht gestattet ist. Ses Illetes direkt dahinter ist der bekannteste Strand Formenteras — weißer feiner Sand, flaches kristallklares Wasser, Pinienhinterland.

Tag 6 — Formentera: Insel entdecken La Savina, der einzige Hafen Formenteras, ist Ausgangspunkt für eine Mopedtour über die Insel. Die Südküste mit Playa Migjorn, der Leuchtturm Far de la Mola, die Salzteiche von Ses Salines — das sind Eindrücke, die lange haften.

Tag 7 — Rücktörn nach Mallorca (ca. 85 Seemeilen) Der Rückweg von Formentera nach Palma ist lang. Frühstart, Nachtfahrt oder eine Zwischenübernachtung in Ibiza sind die Optionen. Wer die Zeit hat, teilt den Rückweg auf zwei Tage auf und übernachtet nochmals auf Ibiza oder an der Ostküste Mallorcas.


Route 3: Menorca-Umrundung — das stille Gegenmodell {#menorca}

Menorca ist das Biosphärenreservat unter den Balearen-Inseln — seit 1993 von der UNESCO anerkannt. Das hat direkte Auswirkungen auf das Segelerlebnis: sauberes Wasser, intakte Buchten, wenig Motorboottourismus.

türkisfarbene Badebucht der Balearen in Menorca vor einer felsigen Küstenlandschaft mit kristallklarem Mittelmeer. Die geschützte Ankerbucht bietet ideale Bedingungen für Yachtcharter auf Menorca und einen exklusiven Segelurlaub entlang der malerischen Inselküsten der Balearen unter strahlend blauem Himmel.

Ein Segelbootcharter auf Menorca: Eine Woche um die ruhige Insel {#menorca-route}

Basis für den Menorca-Segelbootcharter ist Mahón. Der Naturhafen gehört zu den längsten und tiefsten des Mittelmeers — ein beeindruckendes Einlaufmanöver, das jede Ankunft zu einem Erlebnis macht. Von hier startet die Umrundung entweder im oder gegen den Uhrzeigersinn.

Die empfohlene Richtung für den Sommer: gegen den Uhrzeigersinn, also zunächst nach Westen entlang der Südküste. So nutzt man den vorherrschenden Nordwind für die Rücketappe von Ciutadella zurück nach Mahón entlang der Nordküste.

Die Highlights einer Menorca-Woche:

  • Mahón — Einlaufen in den Naturhafen, Stadtbummel durch die georgianische Altstadt, Gin-Verkostung im lokalen Stil
  • Cala Macarella und Cala Turqueta — die bekanntesten Buchten der Südküste, per Segelboot am frühen Morgen am schönsten
  • Cala Galdana — größte Bucht mit Marina und Infrastruktur, ideale Tagesetappe
  • Ciutadella — die alte Hauptstadt, einlaufen in den engen Stadhafen, Abendessen an der Kaimauer
  • Fornells — der schönste Fischerhafen der Insel, Caldereta de Llagosta als kulinarisches Highlight
  • Cala Pregonda — die wilde rötliche Traumbucht der Nordküste, nur bei ruhigem Wetter zugänglich
  • Cala d’Addaya — ein tiefer Landeinschnitt, gesäumt von Pinien und bizarren Kalkfelsen, einer der sichersten Ankerplätze Menorcas. 

Route 4: Die große Balearen-Runde — alle vier Inseln in zwei Wochen {#grosse-runde}

Wer zwei Wochen Zeit hat, kann alle vier Hauptinseln in einer zusammenhängenden Route verbinden. Das ist die große Balearen-Runde — und für viele Segler das ultimative Balearenerlebnis.

Die klassische Zwei-Wochen-Route verbindet die Stärken aller vier Inseln:

  • Woche 1: Palma → Cabrera → Ostküste Mallorca → Cap Formentor → Port de Pollença → Port de Sóller → Port d’Andratx
  • Woche 2: Port d’Andratx → Ibiza-Stadt → Formentera → Sant Antoni → Rücktörn Palma

Wer Menorca integrieren möchte, braucht entweder drei Wochen oder muss die Mallorca-Umrundung verkürzen. Die Überfahrt von Port de Pollença nach Mahón auf Menorca beträgt rund 40 bis 45 Seemeilen — gut machbar als Tagesetappe bei gutem Wetter.

Eine alternative Zwei-Wochen-Route:

  • Woche 1: Palma → Menorca-Umrundung (Mahón als Basis)
  • Woche 2: Mahón → Palma (Überfahrt) → Ibiza → Formentera → Palma

Diese Variante erfordert zwei längere Überfahrten, bietet aber maximale Inselvielfalt.


Ein Boot mieten auf den Balearen: Cabrera als Geheimtipp der Großen Runde {#cabrera}

Cabrera ist der am wenigsten bekannte Schatz des Balearenreviers. Die kleine Insel liegt rund 30 Seemeilen südlich von Palma und gehört zum gleichnamigen Nationalpark-Archipel. Cabrera bietet einen Naturhafen mit 50 Bojen. Die Bojenplätze sind kostenpflichtig und sollten vorab reserviert werden. Das Ankern sowie das Fischen und das Mitnehmen von Haustieren an Land sind verboten. Zum Tauchen wird eine Genehmigung benötigt. 

Wer die Regeln akzeptiert, wird mit einer Insel belohnt, die kein Massentourismus verändert hat. Das Wasser ist hier am klarsten im gesamten Revier. Wanderwege führen zur alten Festung aus dem 14. Jahrhundert. Nachts leuchtet der Sternenhimmel über Cabrera so dicht, wie man es sonst nur weit draußen auf See kennt.

Cabrera ist praktisch nur per Segelboot oder Tagesausflugboot erreichbar. Wer einen Segelbootcharter auf den Balearen unternimmt, hat hier einen echten Vorsprung gegenüber allen anderen Reisenden.

Blick auf die Insel Cabrera mit tiefblauem Mittelmeer, zahlreichen Segelbooten und grünen Felslandschaften im Hintergrund. Rechts unten ist ein Teil einer historischen Steinmauer-Festung zu sehen – ideales Revier für Segelreisen und Yachtcharter auf den Balearen mit GlobeSailor.

Mit dem Segelboot zu den Balearen: Welcher Starthafen ist der richtige für mich? {#starthafen}

Die Wahl des Starthafens bestimmt, welche Route möglich ist und wie reibungslos die An- und Abreise funktioniert.

Palma de Mallorca ist der beste Allround-Starthafen. Internationaler Flughafen, größte Charterflotte der Balearen, vollständige Infrastruktur. Von Palma aus sind alle vier Routen dieses Artikels möglich. Empfehlung für alle, die zum ersten Mal ein Segelboot auf den Balearen mieten.

Hafen von Palma de Mallorca mit zahlreichen Yachten und Segelbooten vor der beeindruckenden Kulisse der Altstadt. Beliebter Ausgangspunkt für Yachtcharter und Segelreisen auf den Balearen mit GlobeSailor.
Der Naturhafen von Mahón auf Menorca mit Segelyachten entlang der Uferpromenade und mediterraner Architektur. Idealer Startpunkt für einen Segelurlaub und Yachtcharter auf den Balearen.

Mahón (Menorca) ist der beste Starthafen für die Menorca-Umrundung. Kleiner Flughafen mit guten Saisonverbindungen, kompakte Charterflotte, kurze Wege zwischen Flughafen und Marina.

Alcúdia (Mallorca, Nordküste) ist ein praktischer Starthafen für alle, die direkt in die Nordküstenroute einsteigen möchten oder über den Nordosten Mallorcas anreisen.

Marina von Alcúdia im Norden Mallorcas mit modernen Segelyachten, kristallklarem Wasser und Blick auf die Küstenlandschaft. Perfekter Hafen für Yachtcharter und Segeltörns rund um Mallorca.
Hafen von Ibiza-Stadt mit luxuriösen Yachten, historischer Altstadt Dalt Vila und mediterranem Flair. Beliebtes Ziel für Segelreisen und Yachtcharter auf den Balearen mit GlobeSailor.

Ibiza-Stadt ist als Starthafen möglich, aber eingeschränkt — die Charterflotte auf Ibiza ist kleiner, und Bareboat-Angebote sind begrenzter als auf Mallorca. Da auf Ibiza das Chartern häufig nur mit Skipper möglich ist, ist die Auswahl an Bareboat-Chartern etwas begrenzt. 

Reisezeit und Saisonplanung für den Yachtcharter auf den Balearen {#reisezeit}

Die Balearen sind von Mai bis Oktober besegelbar. Jeder Monat hat seinen eigenen Charakter:

Mai — grüne Inseln, moderate Temperaturen (20–24 Grad), ruhige Marinas, niedrige Preise. Einziger Nachteil: Das Wasser ist noch kühler (rund 18–19 Grad). Ideal für Segler, die Ruhe mehr schätzen als Badewassertemperaturen.

Juni — der Geheimtipp des Reviers. Warm, windig genug für gutes Segeln, noch nicht überfüllt. Wassertemperatur steigt auf 21–22 Grad. Charterpreise noch 20 bis 30 Prozent unter Hochsaisonpreisen.

Juli/August — Hochsaison. Volle Marinas, höchste Preise, belebteste Buchten. Aber auch: verlässlichstes Wetter, längste Tage, wärmstes Wasser (26–28 Grad). Wer in dieser Zeit reist, bucht Liegeplätze früh vor.

September — die beste Wahl für erfahrene Segler. Warmes Wasser, ruhigere Buchten, sinkende Preise, oft beständigerer Wind als im August. Wetter noch sicher bis Ende September.

Oktober — Nachsaison. Günstige Preise, fast leere Marinas. Aber: Herbstliche Wetterfronten können schnell aufziehen. Nur für erfahrene Crews empfohlen.

Wichtig für Ihren Segelbootcharter auf den Balearen: Sind Sie Einsteiger oder erfahrene Crew? {#erfahrung}

Welche Route für welche Erfahrungsstufe geeignet ist, lässt sich in einer Übersicht zusammenfassen:

  • Einsteiger (wenig Offshore-Erfahrung): Menorca-Umrundung im Sommer, Mallorca-Südroute ohne Nordküste, Ibiza-Formentera-Runde mit Basis Sant Antoni. Kurze Etappen, gute Infrastruktur, ruhige Reviere.
  • Fortgeschrittene (SKS oder gleichwertig): Mallorca-Umrundung komplett inklusive Nordküste, Westroute Mallorca–Ibiza–Formentera. Blauwasseretappe Mallorca–Ibiza als Tagesetappe möglich.
  • Erfahrene Crews (SHS oder umfangreiche Offshore-Praxis): Große Balearen-Runde über alle vier Inseln, Nachtfahrten, Überfahrt Mallorca–Menorca. Flexibles Wettersegeln, Tramuntana-Nordküste ohne Ausweichhafen.

Ein Skipper an Bord ist in allen Kategorien eine Option — nicht nur für Einsteiger. Auch erfahrene Crews schätzen einen ortskundigen Skipper, der die besten Ankerbuchten kennt und die Wetterwindows des Reviers aus eigener Erfahrung einschätzen kann.

Ankern auf den Balearen: Was gilt, was ist verboten? {#ankern}

Freies Ankern ist auf den Balearen noch möglich — aber nicht überall und nicht ohne Einschränkungen. Wer die Regeln kennt, vermeidet Bußgelder und schützt das Revier.

Die wichtigste Regel: Der Anker darf nicht über Seegras fallen. Posidonia ist geschützt und darf streng genommen nicht einmal von der Ankerkette berührt werden. Durch den Schutz ist Seegras in den letzten Jahren deutlich gewachsen, sodass es in manchen Buchten schwierig ist, noch ein freies Fleckchen Sand zu finden. 

Posidonia-Schutzzonen sind auf aktuellen Seekarten und in Charterapps (Navionics, iSailor) eingetragen. Vor dem Ankern immer die Karte prüfen. In beliebten Buchten wie Cala Macarella, Ses Illetes oder Cala d’Hort gibt es Bojenfelder — diese nutzen und nicht daneben ankern.

In Nationalparks wie Cabrera ist eigenes Ankern generell verboten. Nur die vorgebuchten Bojen dürfen belegt werden.

Balearen per Segelyacht: Tipps für die perfekte Törnvorbereitung {#vorbereitung}

Eine gute Vorbereitung ist die Grundlage jedes gelungenen Segelbootcharters auf den Balearen. Diese Punkte sollten vor dem Ablegen erledigt sein:

  • Seekarten aktualisieren. Navionics oder iSailor auf dem aktuellen Stand. Posidonia-Zonen, Hafenpläne und Ankerbuchten sollten offline verfügbar sein — das Mobilnetz in abgelegenen Buchten ist unzuverlässig.
  • Wetterdienste einrichten. Windy, PredictWind und das spanische AEMET sind die wichtigsten Quellen. Wer die Nordküste Mallorcas oder Menorcas Nordküste plant, sollte die Vorhersage für mindestens 48 Stunden im Voraus prüfen.
  • Liegeplätze vorbuchen. In der Hauptsaison sind Sant Antoni (Ibiza), Ciutadella (Menorca) und die Bojen bei Cabrera und Espalmador häufig ausgebucht. Frühzeitig reservieren.
  • Proviant und Diesel in Palma. Tipp: Tanken in Puerto Portals statt direkt in Palma — die Warteschlangen an der Tankstelle sind deutlich kürzer.
  • Genehmigung Cabrera beantragen. Wer den Nationalpark anlaufen möchte, beantragt die Genehmigung frühzeitig online beim Parque Nacional del Archipiélago de Cabrera.
  • Kautionsversicherung abschließen. Über spezialisierte Anbieter oft günstiger als über die Charterplattform — und bei einem Schaden der wichtigste Schutz.
Stand-up-Paddler auf kristallklarem türkisfarbenem Wasser der Balearen, von oben fotografiert – mediterranes Urlaubsparadies für Segelreisen.

Hinweise, Disclaimer & weiterführende Informationen

Alle Routenbeschreibungen, Distanzangaben und Revierinformationen in diesem Artikel basieren auf zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Quellen und Erfahrungswerten. Windverhältnisse, Hafeninfrastruktur und Vorschriften können sich ändern. Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Tagesaktualität. Vor Ihrem Törnantritt empfehlen wir, aktuelle Seekarten zu nutzen, Hafenbedingungen direkt zu erfragen und die Wettervorhersage für Ihren Törnzeitraum sorgfältig zu prüfen.


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