Die Saison 2025 der Yacht- und Katamarancharter war geprägt von Stabilität in den Buchungen, aber auch von deutlichen Veränderungen in den Präferenzen der Kunden. Während die Sommermonate traditionell die meisten Abflüge verzeichnen, gewinnen Früh- und Nebensaison zunehmend an Bedeutung. Kurzzeit-Charter, exotische Destinationen und flexible Buchungsmodelle spiegeln das wachsende Bedürfnis der Chartergäste nach Individualität und maßgeschneiderten Erlebnissen wider. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Nachfrage nach komfortableren Booten, Katamaranen und professioneller Betreuung durch Skipper – ein Trend, der die Branche nachhaltig beeinflusst.
Die Chartersaison 2025 liegt in Sachen Buchungen und Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres – eine solide Basis, um die feinen, aber aussagekräftigen Verschiebungen im Markt zu analysieren. Während die Branche weiterhin von der Dynamik der Pandemie-Erholung geprägt ist, zeigen sich klare Muster, die sich bereits in den vergangenen Jahren abzeichneten und nun weiter verfestigt haben.
Saisonale Verschiebungen: Frühsaison und Winter legen zu
Die Beobachtung aus den Vorjahren bestätigt sich: Die klassische Hauptsaison in Juli und August verharrt bei 38% aller Buchungen, während die Nebensaison – insbesondere die Frühsaison im Mai und Juni, sowie Oktober – bei Charterinteressenten an Beliebtheit gewinnt. Besonders im deutschsprachigen Raum steigt die Nachfrage nach diesen Terminen, was nicht zuletzt an den attraktiven Preisen liegt. Der September, lange ein Geheimtipp für entspannte Törns ohne Hochsaison-Trubel, bleibt stabil, aber ohne weiteres Wachstum im Vergleich zu 2024. Grund dafür sind sicher die nach und nach angepassten Preise, die der gestiegenen Nachfrage der letzten Jahre Rechnung tragen.
Gleichzeitig gewinnen die Winterdestinationen weiter an Fahrt: Exotische Reviere wie Französisch-Polynesien oder Thailand haben sich nach dem Corona-Einbruch kontinuierlich erholt und ziehen zunehmend Chartergäste an, die dem europäischen Winter entfliehen möchten. Die Seychellen punkten insbesondere mit ihrem großen Angebot an Kabinenchartern und sind damit das umsatzstärkste außereuropäische Revier.

Wünsche nach mehr Flexibilität bei der Buchungsdauer
Immer mehr Kunden bevorzugen Kurzzeit-Charter (3–4 Tage) oder 10-Tages-Charter statt des klassischen Wochenrhythmus, der im Mittelmeer bisher üblich ist. Wünsche werden ebenfalls für unterschiedliche Starttage laut, abweichend vom üblichen Samstag, hin beispielsweise zu Sonntag oder Mittwoch. Je nach Auslastung der Stützpunkte und Reviere, sind die Flottenbetreiber zunehmend offen für mehr Flexibilität in diesem Bereich. Das kann zu einer höhere Auslastung führen, sorgt aber natürlich auch zu einer komplexeren Planung. Bisher bleibt es noch ein Randphänomen.
Mittelmeer: Kroatien stabilisiert sich, Griechenland legt zu – Frankreich verliert leicht
Im Mittelmeer zeigt sich ein differenziertes Bild: Kroatien hat sich nach der negativen Publicity 2024 mit stabil knapp 18% Marktanteil wieder gefangen und punktet mit besonders günstigen Charterpreisen. Griechenland verzeichnet weiterhin ein leichtes Plus und kann über 21% aller Buchungen auf sich vereinen, und auch Italien wächst um einen Prozentpunkt auf 15,3%. Gleichzeitig büßt Frankreich sowohl international, als auch im deutschsprachigen Bereich etwas an Marktanteilen ein.
Die jeweiligen Unterschiede zum Vorjahr sind mit maximal zwei Prozentpunkten zwar überschaubar, doch die Tendenz ist klar: Griechenland bleibt der unangefochtene Favorit, während Kroatien mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Rising Star ist Schweden, das mittlerweile auch von der internationalen Klientel entdeckt worden ist und seine Buchungszahlen zum Vorjahr so gut wie verdoppelt hat – wenn auch bisher immer noch auf niedrigem Niveau (0,7% aller Buchungen). Die Gründe dafür liegen aus unserer Sicht insbesondere bei den auch im Hochsommer angenehmen Temperaturen und die geringe Touristendichte in den Schären.
Ein besonderer Geheimtipp war und ist Chalkidiki in Griechenland – abseits der ausgetretenen Pfade der Kykladen oder des Saronischen Golfs. Das Revier nördlich der Sporaden, gut erreichbar über den Flughafen Thessaloniki, bietet ruhige Gewässer, geringen Meltemi-Einfluss und eine ursprüngliche Atmosphäre, die bei unseren Kunden auf große Begeisterung stößt.


Katamarane und steigende Kosten: Der Trend setzt sich fort
Die Vorliebe für Katamarane statt Einrumpfer macht sich unvermindert bemerkbar. Mit einer Verschiebung von zwei bis drei Prozentpunkten zugunsten der Mehrrumpfer setzt sich der Trend der letzten Jahre fort und insbesondere der dort relativ gesehen noch schwache DACH-Markt zieht bei dieser Trendwende stärker nach. Entsprechend geht der durchschnittliche Charterpreis, unterstützt durch die Inflation, um 3,5% weiter nach oben. Und das, obwohl die Wahl durchschnittlich auf 1-2 Jahre ältere und damit kostengünstigere Boote als 2024 gefallen ist.
Parallel dazu hält sich die Nachfrage nach Chartern mit Skipper oder Crew stabil – ein Zeichen dafür, dass die Urlauber trotz Kosten weiterhin den Komfort und die Sicherheit schätzen, die eine professionelle Begleitung bietet.
Von der Last-Minute Buchung zu Coronazeiten zurück zu einer längeren Vorausplanung
Die Vorausplanung nimmt weiter zu, von durchschnittlich 136 auf 141 Tage vor Charterstart. Entsprechend dem Klischee ist der deutschsprachige Markt mit über 165 Tagen Buchungsvorlauf der übrigen Klientel deutlich voraus – der frühe Vogel…
Ganz deutlich zeichnet sich dieses kulturell bedingte Buchungsverhalten innerhalb der Schweiz ab, entlang des Röstigrabens: die Westschweiz bucht 148 Tage vor Ferienstart – knapp über dem internationalen Durchschnitt, die deutschsprachigen Schweizer dagegen schon mit über 173 Tagen Vorlauf, noch vor den Deutschen.
Ausblick 2026: Mehr Katamarane, mehr Crew, mehr Exotik
Die Entwicklungen des Jahres 2025 deuten auf eine klare Richtung für 2026 hin: Wir erwarten eine weitere Zunahme an Katamaran-Buchungen, eine steigende Nachfrage nach Crew-Optionen und ein wachsendes Interesse an exotischen Revieren. Gleichzeitig wird sich die Verteilung der Buchungen über das gesamte Jahr hinweg noch gleichmäßiger gestalten. Die Branche bleibt in Bewegung – nicht durch plötzliche Sprünge, sondern durch die Verstetigung der bekannten Tendenzen. Die Märkte konsolidieren sich, die Kundenwünsche werden anspruchsvoller.

