Die Kennzahlen der Yachtcharterbranche für 2017: Eine Industrie auf dem Prüfstand, die aber den Kurs hält!

Trotz der schlimmen Verwüstung durch die Hurrikane Irma und Maria in der Karibik im vergangenen Jahr erholen sich die Bootsindustrie sowie der Tourismus im Allgemeinen allmählich von dieser schweren Zeit. Die Werften können wieder gut gefüllte Auftragsbücher vorweisen und stellen fleißig ein.
Auch wenn die Wintersaison auf den Antillen unverkennbar düster war, wie sahen eigentlich die allgemeinen Trends der Bootscharter im Jahr 2017 aus? GlobeSailor zieht eine Jahresbilanz der Yachtcharterbranche und präsentiert Ihnen alle wichtigen Zahlen und Fakten für Europa und die ganze Welt!

Kroatien als neue Lieblingsdestination von Freizeitschiffern im Jahr 2017!

Auch 2017 hat der Mittelmeerraum wieder die größte Anzahl an Bootsfreunden angezogen. Es handelt sich auch wie schon im Jahr 2016 um dieselben fünf Top-Destinationen, jedoch gab es da mit Frankreich noch einen anderen Spitzenreiter. 2017 stand nun Kroatien ganz oben auf dem Podium!

Insgesamt 24% aller Kunden entschieden sich 2017 für einen Yachtcharter in Kroatien. Frankreich und die Insel Korsika wurden mit „nur“ noch 18% aller Abfahrten entthront. Obwohl die Franzosen selbst ihrer Küste treu geblieben sind, haben vor allem die deutschsprachigen Kunden zu 37% den Charme der kroatischen Inseln dem der französischen Riviera vorgezogen. Zu steigender Beliebtheit kam das Land einerseits wegen seiner reizvollen Landschaft und der maritimen Infrastruktur, aber auch dank der vielen professionellen Vercharterer vor Ort. Auch das kroatische Tourismusbüro hat einen guten Job gemacht, indem es das Land auf Messen und via Sozialen Medien wirkungsstark beworben hat.

Griechenland hat mit 17% aller Buchungen einen wahren Wiederaufschwung im Vergleich zu seiner schwachen Popularität im Vorjahr (10%) erlebt. Vor allem die russischen Kunden haben sich dank der Aufwertung des Rubels nach einigen Jahren der Abwesenheit wieder für einen Bootscharter in Griechenland entschieden. Italien mit 15% aller Abfahrten und Spanien mit 11% vervollständigen die Rangordnung am Ende mit stabilen Ergebnissen im Jahr 2017. Die Äolischen Inseln und Palma auf den Balearen gehörten dort jeweils zu den beliebtesten Zielen.

Weitere Destinationen

Was die Destinationen außerhalb des Mittelmeers betrifft, markiert das Jahr 2017 einen Tiefpunkt. Nach Schätzungen der Vermieter zerstörten die Hurrikane Irma und Maria in der Karibik 400 bis 500 Boote. Die Inseln Saint-Martin und Tortola waren die am stärksten betroffenen Reiseziele und mussten einen Verlust von 20-30% ihrer Buchungszahlen verkraften. Guadeloupe und Martinique scheinen indirekt ebenfalls von den Hurrikanen betroffen gewesen zu sein. Zwischen September und Dezember gingen 8% weniger Charteranfragen im Vergleich zum Vorjahr ein. Im Gegensatz dazu verzeichneten Thailand und die Seychellen als Ausweichdestinationen Ende 2017 einen Buchungszuwachs von 9%.

Segelboot oder doch lieber Katamaran?

Je nach Destination variierte auch die Wahl des Bootstyps stark. Kreuzfahrten an Bord eines Katamarans machten nur 10% der gesamten Buchungen im Mittelmeerbereich aus, im Vergleich zu 35% der Buchungen in den klassischen Winterdestinationen wie der Karibik, den Antillen, Asien oder dem Pazifischen Ozean. 2 von 10 Kunden, die einen Katamaran gechartert hatten, haben zusätzlich den Service eines Skippers an Bord ihres Bootes in Anspruch genommen. Spanien ist das einzige Land der Mittelmeerregion, in dem die Anzahl der Katamaranvermietungen im Vergleich zu 2016 gesunken ist.

Der Verleih von bewohnbaren Motorbooten nahm 2017 nur einen kleinen Teil von 6% aller Buchungen auf unserer Seite ein.

Die oben gezeigten Grafiken geben Aufschluss über die fünf meistgecharterten Segelboot- und Katamaranmodelle, alle Destinationen zusammengenommen. Ebenfalls können Sie den Wochenpreis sehen, den die Kunden durchschnittlich dafür bezahlt haben. Die Werft Lagoon dominierte mit großem Vorsprung mit über 44% der gesamten Buchungen den Chartermarkt für Katamarane. Bei den Segelbooten schwingen sich Bénéteau und die Oceanis 38 und 45 ganz oben auf das Treppchen.

Investitionen in die Destinationen

Die folgende Tabelle zeigt, in welcher Destination durchschnittlich die teuersten Charterwochen gebucht wurden, also wo am meisten Geld pro Boot ausgegeben wurde. (Es handelt sich dabei nicht zwingend um dasselbe Boot.)

In der Türkei wurde mit durchschnittlich 3.325€ die günstigste Yachtcharterwoche gebucht, dicht gefolgt von Wochen in Spanien und anderen Destinationen. Bootscharterwochen im restlichen Mittelmeerraum lagen bei durchschnittlichen Preisen um die 4.000€, in Übersee hebt sich das Niveau der Yachtcharterwochen auf durchschnittlich über 5.000€. Spitzenreiter ist der Pazifik, dort wurde die teuerste Woche der Yachtcharter mit 7.179€ im Durchschnitt gebucht. Das lässt sich dadurch erklären, dass im pazifischen Raum häufiger preisintensive Katamarane gechartert werden.

Der blaue Tourismus wird populär

Die Tendenz zeigt, dass immer mehr Begeisterung für Kreuzfahrten an Bord kleinerer Boote aufkommt, mit einer jährlich wachsenden Anzahl an Buchungen mit Skipper (von 16% im Jahr 2015 auf 22% im Jahr 2017). Die Anzahl der Kabinencharterreservierungen ist im letzten Jahr ebenfalls um beachtliche 50% gestiegen. Fast alle Kabinenfahrten durchs Mittelmeer diesen Sommer sind bereits ausgebucht.

Der steigende Umsatz für Reservierungen mit Skipper, für Kabinencharter, Co-Navigation oder die Vermietung zwischen Privatpersonen lässt die nautische Branche wachsen und macht sie für breite Bevölkerungsschichten interessant. Es etabliert sich eine neue Art von Tourismus: Blau, ökologisch, abseits der ausgetretenen Pfade. Sogar der „Salon Mondial du Tourisme“ in Paris, eine der größten Tourismusmessen Frankreichs, hatte die diesjährige Ausstellung auf den „blauen Tourismus“ ausgerichtet.

Das Segeln weckt die Neugier der Zögerlichen, begeistert die Anhänger, überrascht die Unentschlossenen. Es wird heute den Anfängern immer leichter gemacht, dank eines Skippers oder spezialisierten Vereinen, sich einzuschiffen und erste Erfahrungen zu sammeln.

2017, das Jahr der Rekorde!

Dieses explodierende Interesse an Kreuzfahrten ist zweifellos auch auf die große Anzahl von Rekorden und Medienereignissen im letzten Jahr zurückzuführen: Angefangen beim atemberaubenden Sieg von Armel Le Cléac’h bei der „Vendée Globe“ über den großartigen Rekord von Francis Joyon und seiner Crew bei der „Jules Verne Trophy“ zu Thomas Covilles neuem Solo World Tour Rekord. Und dann war da noch François Gabart, der den Zuschauern ein spannendes Rennen zwischen der Queen Mary II und vier Maxi-Trimaranen bei „The Bridge“ lieferte. Auch in Deutschland gab es einige Gewinne zu feiern: Bei der 123. Kieler Woche im letzten Jahr holten Frederike Loewe und Anna Markfort zum ersten Mal Gold. Und Heiko Kröger wurde erneut (zum 11. Mal!) Weltmeister! All diese Ereignisse weckten ein enormes Interesse am Segelsport und fesselten eine wachsende Schar von Zuschauern.

Was dürfen wir für dieses Jahr erwarten?

Es gibt allen Grund zur Annahme, dass das Bootsangebot und die Bootsvermietung weiterhin kräftig wachsen werden. Die Tourismusmessen für den Herbst 2018 verzeichnen zahlreiche Anmeldungen. Auch neue Basen und neue Destinationen öffnen jeden Monat: Nach Indonesien und Sri Lanka ist es jetzt an Japan, Segler auf der Suche nach Exotik auf der Bali 4.0 willkommen zu heißen. Beginnt damit vielleicht die großräumige Erschließung des asiatischen Marktes?

Darüber hinaus haben auch die Werften im letzten Jahr nicht geschlafen: Neue, immer geräumigere und komfortablere Modelle wurden vorgestellt, die für ein gutes Wachstum sorgen.  Mit +23% für Lagoon, +26% für Catana und +12% für die Bénéteau-Gruppe lief das Jahr für die Yachthersteller sehr erfolgreich an. Lagoon kündigte sogar eine Erweiterung seiner Produktionskapazität an und überschreitet so die symbolische Schwelle von 1.000 Mitarbeitern!

Nach mehreren düsteren Jahren kann die Yachtcharterindustrie endlich wieder aufatmen. Bleibt zu hoffen, dass die Erholung des Marktes auch dem Aufschwung des allgemeinen Tourismus dient – dank weiterer Innovationen und einer wachsenden Attraktivität für Nicht-Eingeweihte.

Haben wir auch Ihr Interesse geweckt? Wenn ja, werfen Sie doch einmal einen Blick auf GlobeSailor und schauen sich unser Angebot an. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Anmerkung: Alle diese Zahlen basieren auf den Reservierungen unserer Kunden. Es wird keine Verantwortung für eine anderweitige Verwendung übernommen. Mit unserem Angebot in mehr als 150 Destinationen und für sieben internationale Märkte basieren unsere Statistiken auf einem Panel von 40.000 internationalen Kunden, die 2017 ein Boot aus unserem Netzwerk von 800 professionellen Bootsbetreiberpartnern gechartert haben.

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