Mykonos, Santorini, Rhodos – Per Segelyacht zu den Trauminseln von Griechenland
Manche Inseln kennt die ganze Welt. Mykonos. Santorini. Rhodos. Die Namen stehen für Bilder, die man überall sieht — leuchtend weiße Häuser, blaue Kuppeln, mittelalterliche Gassen, türkises Wasser. Wer per Segelyacht zu den Inseln von Griechenland reist, erlebt sie von ihrer schönsten Seite: nicht als Massentourist, sondern als Segler, der im eigenen Tempo ankommt, ankert und weiterzieht.
Dieser Artikel stellt die bekanntesten griechischen Inseln aus Seglerperspektive vor. Mit konkreten Hinweisen zu Ankerplätzen, Häfen, Besonderheiten — und ehrlichen Worten, wo es auch Schattenseiten gibt.
Warum die Segelyacht der beste Weg zu Griechenlands Inseln ist
Wer per Fähre oder Flugzeug auf eine griechische Insel kommt, teilt Ankunft und Aufenthalt mit Tausenden anderen. Die Segelyacht macht das anders. Man kommt, wann man will, wählt selbst, wo man liegt und verlässt die Insel, sobald der Wind stimmt.
Das gibt eine Freiheit, die kein Hotel und kein Kreuzfahrtschiff bieten kann. Man ankert in einer Bucht, die auf keiner Tourismuskarte steht, frühstückt in der Stille, ist weg, bevor die ersten Ausflugsboote auftauchen. Das ist der eigentliche Luxus des Segelns.

Mykonos aus Seglerperspektive
Mykonos ist weltberühmt. Windmühlen, Partys, weiße Gassen, Designerläden. Aus Seglerperspektive ist die Insel jedoch ambivalent. Der Hafen von Mykonos-Stadt ist im Hochsommer überfüllt. Liegegebühren sind hoch. Ruhige Ankerplätze sind rar.
Die beste Strategie: Mykonos als Tagestrip nutzen. In einer ruhigeren Bucht auf der Südseite ankern — etwa in Ornos oder Psarou — und mit dem Dingi oder Wassertaxi in die Stadt fahren. So genießt man das Flair der Insel, ohne im Hafenchaos zu stecken.

Die besten Ankerplätze von Mykonos abseits des Trubels
Wer Mykonos wirklich genießen möchte, meidet die Nordküste im Hochsommer. Dort drückt der Meltemi unvermindert. Die Südküste dagegen ist windgeschützter. Die Bucht von Kalafatis im Osten ist einer der ruhigeren Ankerplätze — weniger bekannt, weniger voll, mit einem langen Sandstrand.
Noch besser: die nahe gelegene Insel Delos. Das antike Heiligtum des Apollon ist ein UNESCO-Welterbe und einer der bedeutendsten archäologischen Fundorte Griechenlands. Ankern direkt vor Delos ist nicht erlaubt — aber der Besuch per Dingi oder Ausflugboot lohnt sich außerordentlich. Marmorsäulen, Mosaike, Löwenterrasse. Geschichte zum Anfassen.
Yachtcharter-Ziel Nr. 1 in Griechenland: Santorini — das Wunder der Caldera
Santorini ist einzigartig. Das ist keine Übertreibung. Die Insel ist der überflutete Krater eines Supervulkans. Die Caldera — ein Kessel von fast acht Kilometern Durchmesser — ist einer der dramatischsten Naturräume des gesamten Mittelmeers.
Aus Seglerperspektive ist das Ankern in der Caldera ein unvergessliches Erlebnis. Das tiefblaue Wasser, die schwarzen und roten Felswände, die weißen Dörfer hoch oben am Rand — Thira und Oia leuchten wie hingemalt. Dieses Bild bleibt.

Mit dem Segelboot durch Griechenland: Praktische Hinweise zum Ankern in Santorini
Wer in der Caldera ankert, sollte gut vorbereitet sein. Die Tiefen sind extrem — oft 30 bis 40 Meter und mehr. Ein ausreichend langer Anker mit genug Kette ist Pflicht. Viele Boote verwenden Mooring-Bojen, die in der Caldera ausgelegt sind.
Der Hafen von Athinios ist der Versorgungshafen — funktional, aber wenig romantisch. Schöner liegt man vor Fira oder Oia. Von dort bringt eine Seilbahn oder ein langer Fußweg — mit Eseln als traditioneller Alternative — die Besucher hinauf ins Dorf. Der Sonnenuntergang von Oia ist weltweit bekannt. Und das aus gutem Grund.
Die Kykladen als Ganzes erleben und ersegeln
Mykonos und Santorini sind die bekanntesten Kykladen — aber bei weitem nicht die einzigen lohnenswerten. Wer eine Segelyacht Griechenland durch die Kykladen steuert, entdeckt Inseln, die noch ursprünglicher und ruhiger sind.
Paros und Naxos zum Beispiel. Naxos ist die größte Kykladeninsel und gleichzeitig eine der grünsten. Sie produziert eigene Lebensmittel — Käse, Kartoffeln, Olivenöl, Wein. Der Hafen von Naxos-Stadt hat eine gute Marina und eine venezianische Altstadt, die sich durch Gassen und Türme erkunden lässt.
Segeln rund Paros: Kykladen-Charme ohne Massentourismus
Paros ist der ideale Mittelweg. Schöner als Mykonos, zugänglicher als Santorini, lebhafter als die kleinen Inseln. Das Dorf Naoussa im Norden ist ein Postkartenmotiv: ein enger Fischerhafen, weiße Häuser, Tavernen direkt am Wasser.
Die Bucht von Naoussa ist ein beliebter Ankerplatz. Im Sommer ist sie voll — aber das Ambiente entschädigt. Wer früh morgens ankert, hat die Bucht oft noch fast für sich.

Milos: Segelurlaub für Naturliebhaber
Milos ist der Geheimtipp unter den Kykladen. Die Insel ist weniger bekannt als Mykonos oder Santorini — und genau deshalb besonders. Die Küste von Milos ist von vulkanischem Gestein geprägt. Farbige Felsen in Ocker, Rot und Weiß ragen aus dem Meer. Die berühmten Sarakiniko-Felsen sehen aus wie eine Mondlandschaft.
Die Bucht von Sarakiniko ist aus Seglerperspektive jedoch schwierig — wenig Tiefe, kein Schutz. Besser ankern in der Bucht von Milos-Stadt oder in der südlichen Bucht von Klima. Das verlassene Fischerdorf Klima mit seinen bunten Bootsschuppen direkt am Wasser ist eines der fotogensten Motive ganz Griechenlands.

Dodekanes: Rhodos aus Seglerperspektive
Rhodos ist die größte Insel des Dodekanes und eine der historisch reichsten Griechenlands. Die mittelalterliche Altstadt ist UNESCO-Welterbe. Die Stadtmauer ist bestens erhalten. Die Gassen des Ritterviertels sind ein Gang durch das 15. Jahrhundert.
Für Segler bietet Rhodos einen gut ausgestatteten Hafen — den Mandraki-Hafen, direkt unterhalb der mittelalterlichen Stadt. Die Einfahrt ist ikonisch: Zwei Hirsche auf Säulen markieren den Eingang, dort wo einst der Koloss gestanden haben soll.
Rhodos: Idyllisch Ankern und erlebnisreiche Ausflüge in der Umgebung
Wer von Rhodos aus weiterplanit, hat viele Möglichkeiten. Die kleine Insel Symi liegt nur wenige Seemeilen entfernt und ist aus Seglerperspektive eines der schönsten Einlaufmanöver im gesamten Mittelmeer. Der Hafen Gialos empfängt die Besucher mit einem Fächer neoklassizistischer Fassaden in Ocker, Gelb und Rot.
Symi ist touristisch, aber nicht überwältigt. Die Tavernen sind gut, die Gassen still, sobald die Tagesboote aus Rhodos wieder abgefahren sind. Wer über Nacht bleibt, erlebt die Insel in ihrer ruhigsten und schönsten Form.

Segelyacht-Urlaub in Griechenland: Kos — antike Geschichte und modernes Strandleben
Kos ist eine der größten Inseln des Dodekanes. Sie ist bekannt für ihre Strände, ihr Nachtleben — und für Hippokrates, den Vater der modernen Medizin. Der Platane des Hippokrates im Hafen gilt als einer der ältesten Bäume Europas.
Kos-Stadt hat einen modernen Yachthafen. Die Versorgungsmöglichkeiten sind gut. Die antiken Ruinen direkt am Hafen — das Kastell der Johanniter, der antike Markt — lassen sich zu Fuß erkunden. Und wer nach einem langen Segetag in einem modernen Restaurant sitzen möchte, findet das in Kos-Stadt problemlos.

Patmos — die heilige Insel der Ägäis
Patmos ist anders als alle anderen Inseln. Stiller. Ernster. Durchdrungen von einer eigentümlichen Atmosphäre, die sich schwer in Worte fassen lässt. Hier soll der Evangelist Johannes die Apokalypse geschrieben haben. Das Kloster Chora thront wie eine Festung über der Insel.
Für Segler ist Patmos ein besonderer Ankerplatz. Der Hafen Skala ist gut ausgestattet. Die Bucht ist sicher. Und der Aufstieg zum Kloster — zu Fuß durch enge Gassen und Feigenplantagen — ist ein Erlebnis, das weit über die übliche Sightseeing-Routine hinausgeht.
Die Sporaden — Geheimtipp für ruhige Griechenland-Törns
Wer die großen Namen hinter sich lässt und Ursprünglichkeit sucht, segelt in die Sporaden. Diese Inselgruppe im nördlichen Ägäis ist weniger bekannt, weniger bereist und genau deshalb besonders.
Skopelos ist einer der grünsten Inseln Griechenlands — Pinienwälder bis ans Meer, weiße Dörfer auf Hügeln, kleine Kapellen an jeder Ecke. Skopelos wurde durch den Film Mamma Mia bekannt. Das Dorf selbst ist malerisch und authentisch geblieben.
Alonissos: Segeln im einzigen Meeresschutzgebiet von Griechenland
Alonissos liegt im einzigen griechischen Meeresschutzgebiet. Das Unterwasserleben hier ist reicher als in den meisten anderen Teilen Griechenlands. Mönchsrobben, Delphine, Barrakudas — wer taucht oder schnorchelt, erlebt hier Außergewöhnliches.
Das Dorf Patitiri ist der Haupthafen. Klein, überschaubar, charmant. Die Altstadt Chora thront auf einem Hügel darüber. Von dort hat man einen Blick über die gesamte Inselgruppe — ein Panorama, das jeden Aufstieg rechtfertigt.
Yachtcharter Griechenland: Korfu als idealer Ausgangspunkt für die Ionischen Inseln
Korfu ist der klassische Startpunkt für Törns durch die Ionischen Inseln. Die Marina Gouvia — die größte Marina Griechenlands — liegt an der Ostküste der Insel und bietet alle Versorgungsmöglichkeiten. Von hier aus startet man in Richtung Paxos, Lefkada, Ithaka.
Korfu selbst ist eine Entdeckung für sich. Die Altstadt ist UNESCO-Welterbe. Venezianische, französische und britische Einflüsse haben das Stadtbild geprägt. Das Ergebnis ist eine Architektur, die in Griechenland einzigartig ist — bunt, verspielt, elegant.

Ithaka — die Insel der Odyssee
Ithaka ist die legendärste aller griechischen Inseln. Hier endete Odysseus‘ jahrzehntelange Irrfahrt, hier wartete Penelope, hier begann und endete eine der größten Geschichten der Weltliteratur.
Die Insel ist klein und wenig touristisch. Das Dorf Vathy liegt in einer tief eingeschnittenen Bucht — einer der geschütztesten natürlichen Häfen Griechenlands. Die Bergdörfer der Insel sind still und ursprünglich. Wer hier ankert, spürt etwas von der Stille, die Homer beschrieben hat.
Kefalonia – Griechenland für anspruchsvolle Segler
Kefalonia ist die größte der Ionischen Inseln. Sie ist rauer, wilder, weniger poliert als ihre Nachbarn. Die Berge reichen hoch. Die Küste ist dramatisch. Die Höhle von Melissani — ein unterirdischer See mit türkisem Wasser unter einem eingestürzten Dach — ist eines der außergewöhnlichsten Naturwunder Griechenlands.
Der Hafen von Fiskardo im Norden der Insel ist charmant und gut ausgestattet. Die venezianischen Häuser sind intakt — als einzige auf Kefalonia, die das Erdbeben von 1953 überlebt haben. Fiskardo ist teurer als andere Häfen. Aber es ist sein Geld wert.
Segelyacht-Charter Griechenland: Tipps für die richtige Baseport-Wahl
Die Wahl des Baseports ist strategisch:
- Wer die Kykladen erkunden will, startet am besten in Athen — von Alimos oder Lavrion aus.
- Die Ionischen Inseln sind am besten über Preveza oder Korfu erreichbar
- Zu den Dodekanes kommt man am besten von Rhodos oder Kos aus.
Ein gut gewählter Baseport reduziert Anreisestress, spart Seemeilen und gibt dem Törn von Anfang an den richtigen Rahmen. GlobeSailor bietet Charterboote in allen wichtigen Basen Griechenlands — mit Beratung zur optimalen Routenplanung je nach Reiseziel und Erfahrungsstand.

Fazit: Griechenlands Inseln per Segelyacht zu erleben ist ein unvergleichliches Erlebnis
Wer Mykonos, Santorini, Rhodos, Patmos, Ithaka oder Milos vom Wasser aus gesehen hat, versteht, warum Griechenland seit Jahrzehnten das beliebteste Segelrevier Europas ist. Nicht die Häfen sind das Ziel — der Weg zwischen ihnen ist es. Die Überfahrt im Morgenwind. Das Einlaufen in einen unbekannten Hafen. Der erste Kaffee im Cockpit mit Blick auf eine Bucht, die man sich selbst ausgesucht hat.
Das lässt sich nicht buchen. Das lässt sich nur segeln.
Hinweis zur Aktualität: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick über ausgewählte griechische Inseln aus Seglerperspektive. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann keine tagesaktuelle Auskunft zu Hafenbedingungen, Liegegebühren, Ankerbeschränkungen oder Einreisevorschriften geben. Diese Gegebenheiten ändern sich saisonal und können von Insel zu Insel variieren. Bitte informieren Sie sich vor Törnantritt über die aktuellen Bedingungen — bei Ihrer Charterbasis, in aktuellen Revierführern und in verlässlichen Seglerforen.
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