Immer mehr Menschen entdecken den Urlaub auf dem Wasser für sich. Besonders seit der Corona-Zeit wächst das Interesse an Segelreisen. Im Jahr 2025 haben bereits über 40 % unserer Kunden für ihre Segelreise einen professionellen Skipper oder sogar eine komplette Crew gebucht. Viele möchten zum ersten Mal an Board gehen, ohne selbst nautische Vorkenntnisse zu besitzen. In solchen Fällen ist es sinnvoll, einen Skipper zu buchen, der das Boot steuert, die Manöver im Hafen und beim Ankern übernimmt und die Sicherheit der Gäste gewährleistet.
Auch wenn sich die Charterkunden während ihres Aufenthalts an Bord weitgehend auf diese Profis verlassen können, sollte man wissen: Je nach Buchungsart bleibt der Kunde oft trotzdem Chef an Bord und trägt damit eine gewisse Verantwortung.
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Buchungsmodelle, die auf den ersten Blick ähnlich wirken, sich aber vor allem bei den Verantwortlichkeiten deutlich unterscheiden:
- Yachtcharter („Bareboat“) mit zusätzlich gebuchtem Skipper (bis max. 50/52 Fuß Bootslänge)
- Yachtcharter mit festem Kapitän und Crew (alle Größen)
Yachtcharter mit Skipper

Im diesem Fall kann praktisch jedes Freizeitboot gemietet werden und zusätzlich ein professioneller Skipper für eine bestimmte Dauer (für einen Tag oder eine ganze Woche) engagiert werden. Die Gäste profitieren dabei von seiner Erfahrung und Ortskenntnis. Der Skipper kann über die Charteragentur, den Bootsvercharterer oder direkt über spezialisierte Plattformen wie Capt’n Boat gebucht werden.
Unabhängig davon, auf welchem Weg der Skipper gefunden wurde, sollte man darauf achten, dass er über eine professionelle Haftpflichtversicherung verfügt, die mögliche Schäden am Boot oder an Personen abdeckt.
Wichtig ist jedoch:
Der Kunde ist als temporärer Besitzer rechtlich der Verantwortliche für das Boot.
Das bedeutet:
- Der Kunde unterschreibt den Chartervertrag, nicht der Skipper.
- Der Kunde gilt als Chef an Bord gegenüber dem Eigentümer oder dem Flottenbetreiber.
- In der Regel wird eine Kaution hinterlegt, um sicherzustellen, dass das Boot im gleichen Zustand zurückgegeben wird.
- Optional kann eine Kautionsversicherung abgeschlossen werden, manchmal ist diese bereits obligatorisch.
Auch wenn der Skipper das Boot steuert und die Manöver übernimmt, gibt es Situationen, für die er nicht haftet. In solchen Fällen kann die Verantwortung weiterhin beim Charterkunden liegen, unabhängig davon, ob er den Schaden faktisch zu verantworten hat.
Beispiele:
- Kollision mit Treibgut
- Fischernetze verfangen sich in der Schiffsschraube
- Ein anderes Boot driftet vor Anker liegend ab und beschädigt Ihr Boot
- Ausrüstung geht durch ein Crewmitglied verloren oder wird beschädigt
Charter eines Bootes mit Kapitän und fester Crew

Es gibt jedoch auch ein anderes Modell: den Charter einer Yacht, die für den kommerziellen Betrieb mit Crew registriert ist. Solche Schiffe sind keine privaten Freizeitboote, sondern werden professionell geführt.
Hier gelten die Gäste rechtlich als Passagiere und sind nicht für das Boot verantwortlich. Eine Kaution ist meist nicht erforderlich, zumindest nicht in der für Freizeitcharter üblichen Höhe.
Typische Beispiele sind:
- Kabinencharter: Mehrere Gäste reisen gemeinsam an Bord und buchen jeweils eine eigene Kabine. Die Route ist vorgegeben. Diese Art von Segelreisen erinnern eher an eine organisierte Kreuzfahrt auf dem Wasser: Man genießt das Leben an Bord, während eine professionelle Crew Navigation, Sicherheit und Service übernimmt. Es wird ein Pauschalreisevertrag abgeschlossen.
- Crewed Charter: Eine exklusive Yacht mit professioneller Crew (ca. 3 bis 10 Besatzungsmitglieder). Die Charterpreise beginnen häufig bei 25.000 bis 30.000 € pro Woche. Die Crew besteht aus festen, Mitgliedern, die für Sicherheit, Navigation und Komfort verantwortlich sind. In diesem Fall wird zwischen Kunde und Eigner ein Chartervertrag für ein kommerzielles Schiff (Beispiel: MYBA) abgeschlossen.
Fazit:
Ob Sie ein Freizeitboot mit Skipper chartern oder eine Segelreise mit fester Crew buchen – beide Modelle bieten eine fantastische Möglichkeit, das Leben auf dem Wasser zu erleben. Entscheidend ist jedoch, die Unterschiede bei Verantwortung, Versicherung und Organisation zu kennen.
Bei Fragen beraten Sie unsere Experten gerne auf unserer Website.
