Korfu per Segelboot – Versteckte Buchten und stille Ankerplätze

Korfu per Segelboot oder Katamaran: ein Traumurlaub

Was Korfu für Segler so besonders macht

Korfu ist grüner als jede andere griechische Insel. Über drei Millionen Olivenbäume bedecken die Hügel. Die Küstenlinie wechselt ständig: felsige Klippen im Norden und Westen, sanfte Buchten mit Kiesstränden im Osten. Viele dieser Buchten sind zu Fuß kaum oder gar nicht erreichbar. Mit dem Boot dagegen sind sie in wenigen Minuten da. Genau das macht Korfu für Segler so wertvoll: die Kombination aus Nähe und Abgeschiedenheit.

Anker in einer stillen Bucht zählt zu den Highlights jedes Korfu-Segeltörns
Anker in einer stillen Bucht zählt zu den Highlights jedes Korfu-Segeltörns

Die Nordostküste: Vier Buchten, eine schöner als die ander

Die Nordostküste zwischen Korfu-Stadt und Kassiópi gilt unter Seglern als die schönste Seite der Insel. Hier liegt eine Reihe kleiner Buchten eng beieinander – alle mit Kiesstrand, klarem Wasser und einer Taverne direkt am Wasser. Von Süden nach Norden folgen: AgniKalamiKouloura und Agios Stefanos. Alle vier bieten gute Ankergründe. Alle vier haben ihren eigenen Charakter.

Agni – Kristallklares Wasser und gute Küche

Agni ist die zugänglichste der vier Buchten. Das Wasser ist außergewöhnlich klar. Drei Tavernen stehen direkt am Strand. Die Küche ist für Segler-Verhältnisse überdurchschnittlich gut. Ankern Sie frei vor der Bucht und kommen Sie mit dem Dinghy an Land. Agni ist beliebt – kommen Sie deshalb lieber morgens oder am frühen Nachmittag.

Kalami – Die Bucht mit der literarischen Geschichte

Kalami liegt nördlich von Agni, ebenfalls an der Nordostküste. Die hufeisenförmige Bucht ist von Olivenhainen umgeben. Der britische Schriftsteller Lawrence Durrell verbrachte hier Teile seines Lebens. Das sogenannte „Weiße Haus“ am Ufer ist bis heute sichtbar. Die Bucht schützt gut vor Nordwestwinden. Der Ankergrund in 7 bis 10 Metern Tiefe hält mittelgut – werfen Sie den Anker lieber zweimal, bevor Sie sich den Ankerschluck gönnen. Achtung: Der gesetzliche Mindestabstand zum Ufer beträgt 200 Meter.

Kouloura – Das malerischste Hafendorf der Insel

Kouloura ist kaum mehr als ein kleines Hafenbecken mit ein paar Fischerbooten und einer einzigen Taverne. Genau das macht es so besonders. Hier fahren keine Ausflugsboote. Die Atmosphäre ist still und unverfälscht. Wer Stimmung statt Betrieb sucht, liegt hier richtig. Die Bucht ist bei Nordwestwind gut geschützt. Liegeplätze gibt es wenige – ankern und mit der Leine an Land ist die übliche Methode.

Agios Stefanos – Die nördlichste der Tavernenbuchten

Agios Stefanos liegt am nördlichsten Ende dieser Reihe, kurz bevor der Küstenstreifen in den engen Kanal zwischen Korfu und Albanien übergeht. Die Bucht ist etwas offener als Kalami oder Kouloura. Das Ankerfeld ist belebt, aber es gibt Platz. Wer von hier aus weiter nach Norden segelt, findet ruhigere und weniger besuchte Gewässer.

Kassiopi: Kleiner Hafen mit großem Charme

Kassiopi liegt an der Nordspitze der Insel. Es ist einer der wenigen Orte auf Korfu, von dem aus man sowohl Sonnenauf- als auch Untergang über dem Meer beobachten kann. Der Hafen ist klein, aber funktional. Es gibt einen Supermarkt, Restaurants und Bars. Kassiopi eignet sich gut als Zwischenstopp auf einer Umrundung der Insel. Wer Proviant aufgefüllen muss, findet hier alles Nötige.

Paleokastritsa: Höhlen und Buchten an der Westküste

Paleokastritsa liegt an der Nordwestküste und ist optisch das dramatischste Stück Korfu. Senkrechte Klippen, tiefblaues Wasser, mehrere ineinandergreifende Buchten. Die ruhigste Ankermöglichkeit ist die sogenannte Bucht Spiros – die tiefste und am besten geschützte der mehreren Buchten von Paleokastritsa. Man bringt den Anker aus und legt die Heckleinen an den Felsen vor dem Strand. Eine Taverne ist in Gehweite.

Besonders sehenswert: die Meereshöhlen nördlich des Hauptstrandes. Die bekannteste ist die sogenannte Höhle der Nausikaa – in der griechischen Mythologie soll hier Odysseus Zuflucht gefunden haben. Mit dem Schlauchboot lassen sich die Höhlen erkunden. Das Wasser leuchtet in Blau- und Türkistönen, die in keinem Foto wirklich wiederzugeben sind.

Der kleine Hafen von Paleokastritsa bietet laut Hafenhandbüchern nur zwei Liegeplätze für Yachten. Wer hier übernachten möchte, ankert besser in einer der Buchten.

Die Diapontischen Inseln: Korfu für Fortgeschrittene

Nordwestlich von Korfu, in einem Abstand von etwa 6 bis 12 Seemeilen von der Nordspitze der Insel, liegen drei kleine Inseln: ErikoussaMathraki und Othonoi. Zusammen bilden sie die Diapontischen Inseln – die westlichste Inselgruppe Griechenlands. Massentourismus gibt es hier nicht. Die Strände sind weitgehend leer. Die Tavernen zählen an einer Hand.

Erikoussa – Olivenbäume bis ans Ufer

Erikoussa ist die nördlichste der drei Inseln, gut sechs Seemeilen von Kap Drastis auf Korfu entfernt. Olivenbäume, Zypressen und Heidekraut prägen das Bild. Der östliche Sandstrand gilt als der schönste der Insel. Die Ansteuerung ist für Segler mit normalem Tiefgang unproblematisch.

Mathraki – Stille und rote Sandstrände

Mathraki ist die kleinste und südlichste der drei Inseln. Der Sandstrand an der Ostküste hat eine ungewöhnlich rötliche Färbung. Die Ansteuerung von Süden ist für Yachten bis etwa 1,80 Meter Tiefgang möglich. Von Norden ist Vorsicht geboten – dort liegen Flachwasserbereiche. Bei Schwell aus südlichen oder östlichen Richtungen ist Mathraki die beste Wahl unter den drei Inseln.

Othonoi – Die westlichste Insel Griechenlands

Othonoi ist die größte und am weitesten westlich gelegene der drei Inseln – rund zwölf Seemeilen von der Nordwestspitze Korfus entfernt. Der Hafen liegt an der Südküste. Es gibt Tavernen, Unterkünfte und einen kleinen Strand. Othonoi schützt gut vor Wellen aus östlichen Richtungen. Wer von der Adria herkommt, findet hier einen natürlichen ersten Anlaufhafen für Griechenland.

Wichtiger Hinweis zu den Diapontischen Inseln: Die Ansteuerung erfordert aktuelle Navigationskarten und Ortskenntnis. Informieren Sie sich vor dem Besuch über aktuelle Tiefen und Windverhältnisse. Bei auffrischendem Wind kann die Überfahrt von Korfu zügig ungemütlich werden.

Petriti und der Süden: Wenig bekannt, lohnenswert

Der kleine Fischereihafen von Petriti liegt an der Südostküste Korfus. Kaum ein Reiseführer erwähnt ihn. Für Segler ist er ein guter Stopp: frischer Fisch, niedrige Hafengebühren, kein Touristenbetrieb. Wer die Südspitze der Insel umrundet und nach Norden segelt, kann hier einen entspannten Zwischenstopp einlegen.

Praktische Hinweise für alle Buchten

Der Mindestabstand zum Ufer beim Ankern beträgt in Griechenland 200 Meter. Die griechische Küstenwache kontrolliert das in belebten Buchten auch tatsächlich. In der Hochsaison von Juli bis August sind beliebte Buchten wie Agni und Kalami früh belegt – kommen Sie spätestens zum frühen Nachmittag an, wenn Sie einen guten Platz wollen. Tavernen in kleinen Buchten sind in der Nebensaison (Mai, Juni, Oktober) nicht immer geöffnet. Ein kurzer Blick auf aktuelle Informationen vor dem Törn lohnt sich.

Ankerplätze im Überblick – Korfu und Umgebung

  • Agni (Nordostküste): Freies Ankern, 3 Tavernen am Strand, kristallklares Wasser, gut zugänglich – beliebt, daher früh kommen.
  • Kalami (Nordostküste): Hufeisenförmige Bucht, Olivenhaine, Schutz vor NW-Wind, Ankertiefe 7–10 m, 200 m Mindestabstand zur Küste beachten.
  • Kouloura (Nordostküste): Kleinstes Hafenbecken der Runde, kaum Touristenbetrieb, Anker + Heckleine, stille Atmosphäre.
  • Agios Stefanos (Nordküste): Offenere Bucht, mehr Platz, guter Startpunkt Richtung Norden.
  • Kassiopi (Nordspitze): Kleiner Hafen, Proviant, Sonnenauf- und -untergang über dem Meer möglich.
  • Paleokastritsa / Bucht Spiros (Westküste): Tiefste und geschützteste Bucht der Westküste, Anker + Heckleine an den Felsen, Meereshöhlen mit Dinghy erkundbar.
  • Petriti (Südostküste): Fischereihafen, frischer Fisch, kaum Tourismus, niedrige Gebühren.
  • Erikoussa (Diapontische Inseln): 6 sm von Kap Drastis, Sandstrand, unproblematische Ansteuerung bei normalem Tiefgang.
  • Mathraki (Diapontische Inseln): Kleinste der drei Inseln, rötlicher Sandstrand, Ansteuerung von Süden bis ~1,80 m Tiefgang.
  • Othonoi (Diapontische Inseln): Westlichste Insel Griechenlands, Hafen an der Südküste, gut für Adria-Einläufer.

Lust auf weitere Infos rund um das Segeln ab Korfu?

Korfu wartet. Damit Ihr Törn gelingt, haben wir alles Wichtige zusammengestellt – von der Charterwahl über Revierkunde bis zum Leben an Bord:

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Hinweis: Bitte vor dem Törn aktuelle Informationen einholen

Dieser Artikel dient der Orientierung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Tagesaktualität. Tiefenangaben, Ankerbedingungen, Öffnungszeiten und lokale Regelungen können sich ändern. Wir empfehlen, vor dem Törnantritt aktuelle Revierführer zu konsultieren und Hafenbehörden oder das Charterbüro um aktuelle Hinweise zu bitten.

Ihr Boot für die Erkundung der Korfu-Buchten

Die beschriebenen Buchten sind mit Segelyachten zwischen 38 und 50 Fuß gut erreichbar. Flacher Tiefgang ist an der Westküste und bei den Diapontischen Inseln ein Vorteil. Wer das Revier noch nicht kennt, profitiert vom lokalen Wissen eines erfahrenen Skippers.

Alle verfügbaren Boote ab der Gouvia Marina auf Korfu finden Sie hier: → Yachtcharter Korfu auf GlobeSailor

Das gesamte Ionische Meer mit allen Revierinfos finden Sie hier: → Yachtcharter Ionisches Meer auf GlobeSailor

Bei GlobeSailor.de finden Sie nicht nur die modernsten Segelyachten, sondern auch die komfortabelsten und sportlichsten Katamarane für ihren Korfu-Segelurlaub
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